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Janvier 1910 (Suite)

Cours d'eau:Bruche, Doller, Fecht, Giessen, Ill, Largue, Lauch, Moder, Mossig, Rhin, Sarre, Thur, Zinsel, Zorn
Date:Le 18 / 1 / 1910
Localités touchées:Mulhouse, Ensisheim, Illzach, Sausheim, Illfurth, Lutterbach, Spechbach-le-Bas, Seppois-le-Haut, Colmar, Holtzwihr, Sundhoffen, Horbourg-Wihr, Niederentzen, Oberentzen, Oberdorf, Illhaeusern, Artzenheim, Breitenbach-Haut-Rhin, Eschbach-au-Val, Muhlbach-sur-Munster, Walbach, Wihr-au-Val, Wintzenheim, Zimmerbach, Obermorschwihr, Soultzbach-les-Bains, Turckheim, Meyenheim, Andolsheim, Logelheim, Colmar, Sainte-Croix-en-Plaine, Biltzheim, Selestat, Haguenau, Schweighouse-sur-Moder, Luttenbach-prés-Munster, Soultzeren, Guémar, Ostheim, Ebersheim, Kehl, Vieux-Brisach, Burkheim, Sasbach-am-Kaiserstuhl, Marckholsheim, Neuenburg-am-Rhein, Badenweiler, Holtzheim, Wolxheim, Waltenheim-sur-Zorn, Mothern, Munchhausen, Osthouse, Scherwiller, Châtenois, Schirmeck, Wisches, Ergersheim, Ernolsheim-Bruche, Rothau, Russ, Kirchheim, Erstein, Fegersheim, Ostwald, Gerstheim, Plobsheim, Muttersholtz, Jebsheim, Kaysersberg, Ribeauvillé, La Vancelle, Gundershoffen, Hattmatt, Dossenheim-sur-Zinsel, Vieux-Thann, Pfastatt, Meistratzheim, Marlenheim, Metz, Sarrebourg, Matzenheim, Sand
Causes:Fonte des neiges / redoux - Fortes précipitations - Précipitations continues -
Conséquences:Dommages environnementaux - Dommages fonctionnels - Dommages matériels -
Source 1:Presse, "Freiburger Zeitung", 22 janvier 1910.
 Aus Jechtingen berichtet unser Korrespondent vom 21. Januar : Der Rhein überflutet hier, wie seit vielen Jahren nicht, das ganze Rheinvorland, Aecker und Matten und bespült sogar in der sog. Weide den Damm der Kaiserstuhlbahn. Der Schaden den die Ueberschwemmung angerichtet, ist sehr groß, zumal der ganze diesjährige Holzschlag mit dem aufgemachten Scheitholze und den Wellen, von denen viele hunderte weggeschwemmt sind, unter Wasser steht. Von den Liestbündeln - dürres Gras des Rheinwaldes - sind ebenfalls ganze Wagenladungen der Strömung zum Opfer gefallen.
Source 2:Presse, "Freiburger Zeitung", 21 janvier 1910.
 Einer Meldung unseres Korrespondenten aus Badenweiler zufolge ist der Klemmbach stark im Steigen begriffen ; ebenso führen die Wasserläufe des Kandertales große Wassermengen zu Tal, so daß der Rhein bei Neuenburg erheblich gewachsen und bereits über 3 Meter gestiegen ist. Die dortige Schiffbrücke mußte gesperrt werden.
Source 3:Presse, "Lauter Zeitung", 26 janvier 1910, coupure de presse dans Archives départementales du Bas-Rhin (ADBR), 414 D 2454.
 « Lauterburg. Durch das gegenwärtig unfreundliche Wetter und durch das Hochwasser war die von Saftwirt Roben « zur Rheinluft » auf Samstag Abend ausgeschriebene « Rappensizung » beeinträchtigt, hingegen war die Sizung am Sonntag nachmittag sehr stark besucht, so dass man es in den Wirtschaften in der Stadt wohl wahrnehmen konnte, dass viel Leute am Nachmittag an den Rhein gewandert sind, schon des Hochwasser wegen. Ob es nicht besser wäre, wenn die Wirte am Rheinhafen ihre Unterhaltungen Sonntags nachmittags abhalten würden ! ? Mothern. Durch das Hochwasser sind in unserem Gemeindewald die aufgearbeiten 400 Sternholz fortschwemmt worden ; auch kleinere Stämme wird das Wasser mitforthaben. Das Unheil lässt sich erst ganz übersehen, wenn die Ueberflutung weg ist. Immerhin für Gemeindekasse ein Schaden von 4-5000 Mk. »
Source 4:Presse, "Lauter Zeitung", 23 janvier 1910, coupure de presse dans Archives départementales du Bas-Rhin (ADBR), 414 D 2454.
 « Mothern, 22 Jan. Heute Morgen um 780 Uhr ist der kleine Rebendamm zwischen Münchhausen und Mothern, der zwischen Rhein und Hauptdamm liegt, durch das Hochwasser gebrochen, sodass die Felder der beiden Gemeinden unter Wasser gesezt wurden und dadurch ein grosser Flurschaden entstand. Auch ist der Motherer Gemeinde eine größere Menge hoz fortgeschwemmt worden. Der Schaden ist groß, zumal im Frühjahr des vergangenen Jahres die Felder ebenfalls unter Wasser waren ».
Source 5:Archives départementales du Bas-Rhin (ADBR), 414 D 2828.
 Telegramme émanant de « Rheinbau-Inspektion », 22 janvier 1910, Strasbourg : « Rheinstand in Lauterburg früh Vormittag 11 Uhr 703 cm (…) ».
Source 6:Archives départementales du Bas-Rhin (ADBR), 148 AL 77.
 Liste des repères de crue existants, dressée par le „Wiesenbaumeister“, 23 août 1940, Sélestat : « Schlettstadter Illbrücke in der Strasse Schlettstadt Marckolsheim. An der rechten Ufermauer unterhalb der Brücke : Hochwassermarken vom 10.1.1910 und 15.3.1876. Eisenbahndamm von Schlettstadt nach Sundhausen vom Hochwasserdamm in Müttersholtz nach Schlettstadt : An 10 Durchlässen im Bahndamm : je eine Hochwassermarke vom 22.1.1910. Brücke über die Ill bei Osthausen Hochwassermarke von 1910 an der rechten Ufermauer ».
Source 7:Archives départementales du Bas-Rhin (ADBR), 148 AL 77.
 Liste des repères de crue sur la Liepvrette et le Giessen, dressée par le „Wiesenbaumeister“, 22 août 1940, Sélestat. Cf. Tableau 1.
Source 8:Archives départementales du Bas-Rhin (ADBR), 148 AL 77.
 Liste des ponts du canton de Molsheim sur lesquels des repères de crues sont apposés, dressée par le „Wiesenbaumeister“, 15 octobre 1940, Molsheim. Cf. Tableau 2.
Source 9:Archives départementales du Bas-Rhin (ADBR), 148 AL 77.
 Liste des repères de crue sur l’Ill, dressée par Bauinspektor, 31 octobre 1941, Erstein. Cf. Tableau 4.
Source 10:Liste des repères de crue sur le « ersteiner Hochwasserkanal », dressée par Bauinspektor, 31 octobre 1941, Erstein. Cf. Tableau 5.
 Archives départementales du Bas-Rhin (ADBR), 148 AL 77.
Source 11:Archives départementales du Bas-Rhin (ADBR), 148 AL 77.
 Liste des repères de crue sur l’Ill, 29 octobre 1941, Colmar. Cf. Tableau 6.
Source 12:Archives départementales du Bas-Rhin (ADBR), 148 AL 77.
 Liste des repères de crue sur la Fecht, 29 octobre 1941, Colmar. Cf. Tableau 7.
Source 13:Archives départementales du Bas-Rhin (ADBR), 148 AL 77.
 Liste des repères de crue sur le Giessen, 29 janvier 1942, Sélestat. Cf. Tableau 8.
Source 14:Archives départementales du Bas-Rhin (ADBR), 398 D 901.
 Télégramme, Telegraphie des Deutschen Reiches Amt Strassburg, 19 janvier 1910 : « Wolxheim. Breuschpegel 297 steigt (…) ».
Source 15:Archives départementales du Bas-Rhin (ADBR), 529 D 124.
 Presse, "Strassburger Burger-Zeitung", 20 janvier 1910 : « Hochwasser Meldungen. Aus allen Teilen des Landes kommen Nachrichten über „Grosswasser“, wie es hierzulande heißt, und es zeigt sich, daß mancherorts ein nicht geringer Schaden angesicht wurde und dass auch Unglücksfälle keine Seltenheit sind. Es ist aber zu hoffen, dass die Gefahr ihren Höhepunkt überschritten hat, denn in letzter Nacht war kein beträchtliches Ansteigen der Wassermengen zu bemerken. Zu manchen Orten mag die Verwirrung nicht gering gewesen sein. Im Münstertal, Sulzbach mußte die Bevölkerung alarmiert werden, weil mehrere Häuser unter Wasser zu stehen kann, so das Schul- und Gemeindehaus. In Alspach bei Kaysersberg wurden durch die zu Tal gehenden Wassermassen Erde und Steine auf die Schienen der Talbahn geschwemmt, sodaß der Betrieb darunter litt. Zu Rappolsweiler steht die Fabrik Steiner tief im Wasser, sodaß die Arbeit eingestellt werden mußte. In Ebersheim ist die Überschwemmung durch das Hochwasser der Ill ebenfalls so stark, daß einzelne Häuser der Ortschaft geräumt werden mußten. Das Wiesental bis weit hinauf nach Colmar ist ein einziger See. Das ganze Weilerthal steht tief unter Wasser. Zwischen Schlettstadt und Kestenholz überflutet das Wasser den Bahndamm, bei Weilerthal und Wanzel stehen Bahndamm, Straße und Wiesen überflutet da. Der Verkehr zu Fuß ist auf der Talstraße teilweise gehemmt. – Die Zinsel ist infolge des anhaltenden Regenwetters über die Ufer getreten und Hochwasser erfüllt das ganze Tal. Seit 1824 soll kein solches Hochwasser mehr gewesen sein. In Griesbach war die Hauptstraße ein reißender Bach und es mußten sogar Zimmer ausgeräumt und in zwei Höfen das Vieh aus den Ställen gerettet werden; desgleichen auch in Hattmatt. Auch in Dossenheim mußten viele Ställe geleert werden. Die Sägewerke des Zinseltales erlitten großen Schaden, indem sämtliche Baumstämme und auch viel anderes Holz fortgespült wurden. An der Brücke in Dossenheim entstand eine Holzstauung. Eine große Anzahl von Männern war gestern den ganzen Tag damit beschädigt, das Holz aus dem Wasser zu entfernen; es war das reinste Floß. Von den Ufern aus wurden Ketten und die Stämme gelegt und letztere durch Pferde auf das Trockene geschleppt. Diese Arbeit dauert noch an. Die Buckelmühle ist vollständig abgeschnitten, da die zu ihr führende Brücke fortgeschwemmt ist. Hattmatt war gestern früh nicht passierbar und die Fabrikarbeiter konnten nicht zur Arbeit auf den Zornhof gelangen. Auf dem Oberhof, dem bekannten Luftkurort im Zinseltal, sind vier Schweine ertrunken. Von 7 bis 11 Uhr gestern vormittag ist das Wasser in Dossenheim um 1,50 Meter gefallen. Infolge des anhaltenden Regens herrscht in Mülhausen überall Hochwasser. Die Ill, Doller und Thur sind über ihre Ufer getreten, uebserschwemmen alles und richten großen Schaden an. Zu Alt-Thann wußten die Arbeiter der FabrikDumeril-Jaegle das Fabrikgebäude verlassen, weil das Wasser eingedrungen war. Ein Mast der elektrischen Leitung stürzte um und so sind sämtliche Fabriken im Wesserlingen Tal ohne Licht und Kraft. Auch die Arbeiter der Firma Schäffer und Ko. konnten infolge des Hochwassers nicht in das Fabrikgebäude in Pfastatt bei Mülhausen. In Horbourg (Kr. Colmar) wurde gestern hoch angeschwollen war, ist über die Ufer getreten und hat die ganze Gegend oberhalb unseres Ortes in einen etwa 3-4 Meter tiefen See verwandelt. Das jenseits des Illdammes sich befindliche Anwesen des Zimmermanns Schwob war hinnen wenigen Minuten von den schmuziggelben Fluten umspült, so daß die geängstigten Leute mit Hilfe eines herbeigehosten Nachens gerettet werden mußten. Unsere Feuerwehr halt beständig Wache, um den Damm, der an mehreren Stellen zu durchbrechen droht, zu befestigen und im Auge zu behalten; denn, wer die Ueberschwemmung, die uns im Jahre 1887 (1878?) heimsuchte, noch im Gedächtnis hat, der weiß, was ein Dammbruch für unsern Ort bedeutet. Auch der Kanal tritt über seine Ufer. Am Kanalhafen in Colmar stehen bereits das Bahngeleise und die dort Lagernden Backsteine unter Wasser. Ein Schiff, das unter einem Dachvorsprung eines Schuppens vor Unter liegt, ist so hoch gehoben worden, daß es am Dache anstößt. Das Moderthal steht vollständig unter Wasser. In vielen auf der Moderseite gelegenen Häusern ist es in die Gebäulichkeiten eingedrungen. Der Hof und die Zimmer der Mittelmühle standen in der vorverflossenen Nacht zirka 30 Zentimeter unter Wasser. Der Mutterboden vieler Grundstücke ist fortgeschwemmt worden. Im Jahre 1878 war das Wasser ebenfalls so hoch gestiegen wir jetzt. Seither nicht mehr. Auch im Meistratzheim ertönte vogestern nach gegen 2 Uhr die Sturmglocke und die Feuerwehr blies Alarm. Bestürzt eilten die Leute aus den Betten an das Fenster und sahen zu ihrem Schrecken, daß das ganze untere Dorf unter Wasser stand. Durch den anhaltenden Regen und ankommendes Schneewasser aus dem Gebirge war die Ehn aus ihren Ufer getreten. Das Wasser drang in Häuser und Ställe ein, so daß viel Vieh ins höher gelegene obere Dorf gebracht werden mußte. Der Schaden ist bedeutend. Die Mossig ist auf ihrem ganzen Lauf über die Ufer getreten. In einigen Orten wurde in vorletzter Nacht Sturm geläutet und die Hilfe der Feuerwehr in Anspruch genommen. Viel Kleinvieh kam um und in den Kellern entstanden namhafte Schäden. Aus Marlenheim wird gemeldet, infolge des Hochwassers sind von der Mossig verschiedene Brücken und Zugänge zu alleinliegenden Mühlen usw. weggerissen worden. Auch das Bahnwärterhaus Nr. 24 (Krontal) war ganz abgeschnitten. Als nun heute morgen der Briefträger nach dort kam, um, wie üblich, zu bestellen, gab es keinen Steg mehr. Im Bahnwärterhaus bemerkte man den Vorgang und kam ans andere Ufer. Auch die Mosel wird unruhig. Sie ist beispielsweise gestern in Millern in Frankreich von 1.95 auf 3 Meter gestiegen. Bei der Totenbrücke in Metz betrug der Wasserstand gestern 3.19 Meter, heute 4.10 Meter. Die Mosel steigt weiter. Die Saar ist so mächtig angeschwollen, wie in den letzten zwanzig Jahren wohl noch nie. Das ganze Wiesengelände zwischen Saarburg und dem Dorfe Hof steht unter Wasser. In letzterem Dorfe steht das Wasser auf der Straße fußhoch und drängt in Masse in die Keller und in die Erdgeschoffe ein. An der Kirchentreppe spülen die Fluten bis zur obersten Staffel hinauf. In Saarburg reicht das Wasser bis fast an die eisernen Querträger der Eisenbahnbrücke heran. In der Nähe des Elektrizitätswerkes waren angrenzende Unwesen so bedroht, daß man dem Ansturm der Fluten rasch neue Bahn schaffen mußte. Von der Stadt aus in der Richtung nach den großen Weihern gleich das Gelände einem einzigen See. Uehnlich Klagen kommen aus dem Badischen, wo e. B. die Kinzig weit über die Ufer getreten ist. Hand in Hand mit diesen Wasserverheerungen auch mannigfache Sturmschäden ».
Source 16:Archives départementales du Bas-Rhin (ADBR), 529 D 124.
 Presse, "Straßburger Korrespondenz", 10 février 1910 : « Die Hochwasser in Straßburg. In der unter obiger Ueberschrift in Nr. 123 der „Straßburger Post » veröffentlichten Schilderung der Hochwasser vom Dezember 1882 und vom Januar d. l. y. ist u. a. angedeutet, daß der „Ill-Rheinkanal“, womit nur der Ersteiner Hochwasserkanal gemeint sein kann, in diesem Jahre seinen Zweck, den Hochwasserspiegel in Straßburg um 70 Zentimeter zu senken, wegen des gleichzeitig vorhandenen hohen Rheinstandes nicht vollauf erfüllt habe. Da während des Verlaufs des letzten Hochwassers auch in anderen Zeitungsartikeln ähnliche Vermutungen geäußert worden sind, so erscheint es geboten, einen Ueberblick über die tatsächlichen Verhältnisse zu geben, um für künftige ähnliche Fälle die Bewohner der Ortschaften unterhalb Erstein sowie der Stadt Straßburg vor unnötigen Befürchtungen zu bewahren. Der Entwurf des Ersteiner Hochwasserkanals, dessen Ausführung in der Zeit von 1886 bis 1891 erfolgte, ist hauptsächlich nach den bei dem großen Hochwasser vom Dezember 1882 gesammelten Erfahrungen aufgestellt worden, während welchem die höchsten Wasserstände in der Ill und im Rhein bei Straßburg ziemlich gleichzeitig eingetreten waren. Damals erreichte die Ill an der Schleuse 85 beim Henritz einen Pegelstand von 5,06 m und an der Stephansbrücke einen solchen von 4,45 m. Das Illhochwasser vom Januar d. y. stellte sich bei dem rd. 13 km oberhalb Erstein gelegenen Dorfe Kogenheim, woselbst die Flußzustände unverändert geblieben sind, um 6 Zentimeter höher wie dasjenige vom Dezember 1882. Da das Ueberschwemmungsgebiet der Ill bei Kogenheim etwa doppelt so breit als oberhalb Straßburg ist, und in beiden Fällen die Breusch ein großes Hochwasser führte, so läßt sich annehmen, daß im Januar d. y. unter den früheren Zuständen der Pegelstand an der Schleuse 85 auf 5,18 m und an der Stephansbrücke auf 4,57 m gestiegen wäre. Statt dessen hat die Ill an diesen Stellen nur eine Höhe von 3,32 m bezw. 3,27 erreicht. Die durch des Hochwasserspiegels berechnet sich daher oberhalb der Umwallung von Straßburg zu 5,18 - 3,32 = 1,86 m und im Innern der Stadt zu 4,57 – 3,27 = 1,30 m. Welche Bedeutung diese Wasserspiegelsenkung hat, werden die Anwohner der Ill und ihrer Nebenarme einschließlich des Krummen Theins und des Ziegelwassers an besten beurteilen können. Im Zusammenhange mit diesen Angaben ist zu erwähnen, daß der höchste Hochwasserstand bei Strasßburg am 20. Januar d. y. vormittags 10 Uhr eingetreten ist. Zu dieser Zeit wurden in Erstein nur rd. 40 cbm in der Sekunde an die untere Ill abgegeben. Erst nachdem das Hochwasser der Breusch zu fallen begonnen und der Wasserstand oberhalb Erstein ein für die Dämme bedrohliches Maß erreicht hatte, wurde vom 20. Januar abens bis zum 21. Abends die Wasserabgabe an die Ill unterhalb Erstein allmählich bis auf rd. 85 cbm in der Sekunde verstärkt. Trotzdem ist der Pegelstand in Straßburg etwa 30 Zentimeter unter del durch das Hochwasser der Breusch allein herbeigeführten Maße geblieben. Ein weiterer Beweis für die Leitungsfähigkeit des Ersteiner Hochwasserkanals ergibt sich aus einem Vergleich der früheren und jetzigen Hochwassermengen in der Ill unterhalb Erstein. Während des Hochwassers vom Dezember 1882 betrug die gesamte Durchflußmenge der Ill oberhalb Erstein rd. 510 cbm in der Sekunde, wovon etwa 80 cbm durch die ehemalige Kraft, deren Bett später für die Herstellung des Hochwasserkanals benutzt worden ist, nach dem Rhein abgeführt wurden, sodaß noch 430 cbm für den nach Straßburg fließenden Hauptarm der Ill verblieben sind. Dem im Januar d. y. bei Kogenheim beobachteten Pegelstand entspricht eine Durchflußmenge der Ill von rd. 590 cbm in der Sekunde. Da hiervon nach obiger Angabe nur 85 cbm in die Ill unterhalb Erstein geleitet wurden, so berechnet sich die Abflußmenge in dem Hochwasserkanale zu rd. 500 cbm in der Sekunde. Dabei haben die Wasserstandsbeobachtungen an dem Plobsheimer Wehr, an dem der Abfluß des Hochwassers aus dem Ueberschwemmungsgebiete der Ill in dasjenige des Rheins erfolgt, den Beweis geliefert, daß der gleichzeitig vorhandene hohe Rheinstand keinerlei nachteilige Wirkung ausgeübt hat. Vom besonderer Wichtigkeit ist auch die durch die vorgenommenen Wasserstandbeobachtungen festgestellte Tatsache, daß beim letzten Hochwasser der größte Stand an Osthauser Pegel, der sich etwa 1,2 km oberhalb der Abzweigung des Hochwasserkanals befindet, um 5 Zentimeter niedriger als im Dezember 1882 war. Unter den früheren Verhältnissen hätte der Hochwasserkanals befindet, um 5 Zentimeter niedriger als im Dezember 1882 war. Unter den früheren Verhältnissen hätte der Hochwasserspiegel an dieser Stelle, wo früher die örtlichen Verhältnisse ähnlich wie bei Kogenheim waren, den Stand vom Jahre 1882 ebenfalls um 6 Zentimeter überschritten. Trotz der inzwischen erfolgten Einengung des Ueberschwemmungsgebietes bei Osthausen durch Schutzdämme ist daselbst eine Senkung des Hochwasserspiegels vin 11 Zentimeter eingetreten, was auf die im Anschluß an den Hochwasserkanal vogenommene Illregulierung zurUckzuführen ist. Die während des letzten Hochwassersentstandene Ueberschwemmung bewohnter Grundstücke in den Annexen von Matzenheim, Wörth und Häusern, sowie im Dorfe Osthausen ist durch die Ueberflutung des Hochwasserdammes unterhalb Sand verursacht worden. Mittels einer Erhöhung dieses Dammes um etwa 0.30 m läßt sich dieser Mißstand für die Zukunft leicht beseitigen. Hiermit dürfte zur Genüge nachgewiesen sein, daß der Ersteiner Hochwasserkanal seine Aufgabe während des letzten Illhochwassers, das seit mindestens 50 Jahren das größte war, in vollem Maß erfüllt und Straßburg vor einer Ueberschwemmungshöhe bewahrt hat, wie sie seit 1852 nicht erreicht worden ist. Eine Verminderung des durch die Breusch sowie die Andlau und Ehn allein herbeigeführten Hochwasserstandes in Straßburg läßt sich allerdings durch die Abteilung der Illhochwasser bei Erstein nicht herbeiführen».
Source 17:Archives départementales du Bas-Rhin (ADBR), 529 D 16.
 Tableau de relevé des hauteurs d’eau lors des inondations de mars-avril 1895, mars 1896, février 1897, janvier 1899, février 1904, janvier 1910, décembre 1919, janvier 1920, 9 février 1920 : Cf. Tableau 9 ci-dessus.

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